Warschau – [–>Eine 21-Jährige stürmte am Samstag mit einem Messer in eine Berufsfachschule in Warschau. Sie verletzte drei junge Frauen, bevor ein Schulmitarbeiter sie überwältigen konnte. Es war bereits der dritte Messerangriff an einer polnischen Schule innerhalb einer Woche. Die Polizei hat landesweit die Kontrollen verschärft. Der Verdacht: Steckt eine gefährliche Social-Media-Challenge hinter den Attacken?
Der Angriff ereignete sich vor einem Büro in der Berufsfachschule im Stadtteil Praga. „Die Polizei war innerhalb von vier Minuten vor Ort“, sagte ein Sprecher auf einer Pressekonferenz. Bei dem Angriff wurden zwei 17-jährige Schülerinnen und eine 24-jährige Frau verletzt. Eine Jugendliche erlitt Schnittverletzungen am Unterarm und wurde ins Krankenhaus gebracht. „Sie schwebt nicht in Lebensgefahr“, so der Sprecher.
Drei Frauen verletzt
Das Motiv der Angreiferin ist unklar. Opfer und Täterin sollen sich nicht gekannt haben. „Wir wissen, dass die Täterin diese Schule besucht. Die Person, die ins Krankenhaus gebracht wurde, war heute in der Schule, um Dokumente einzureichen“, sagte ein weiterer Polizeisprecher dem TV-Sender Polsat News. Die Ermittler befragen die beiden anderen verletzten Frauen noch.
Seit Mittwoch kam es zu drei Messerattacken an polnischen Schulen
Serie von Messerangriffen erschüttert Polen
Die Serie der Messerangriffe begann am Mittwoch mit der Attacke auf eine Berufsschule in Ostrołęka, rund 120 Kilometer nördlich von Warschau. Ein 19-Jähriger verletzte dort neun Menschen, zwei davon schwer.
Der zweite Vorfall ereignete sich am Donnerstag an einer Grundschule in Leszczydół-Nowiny, etwa 60 km nordöstlich von Warschau. Dort verletzte ein 15-Jähriger eine Lehrerin, den Schulleiter und die Hausmeisterin (37). Die Frau erlag später ihren Verletzungen. Nach der Tat wurde der Teenager festgenommen. Auch sein Motiv ist bislang unbekannt.
Am 8. Oktober betrat ein 15‑Jähriger mit einem Messer die örtliche Grundschule. Er tötete die Hausmeisterin, verletzte zwei Personen
76 Festnahmen, verschärfte Kontrollen
Die Ereignisse lösten bei vielen Eltern in Polen große Besorgnis aus. Regierungschef Donald Tusk (69) ordnete landesweit verschärfte Polizeikontrollen an allen Schulen an. 76 Personen wurden inzwischen festgenommen. Sie stehen im Verdacht, eine Straftat zu planen. Wer die Festgenommenen sind, blieb zunächst offen.
Mittlerweile gibt es jedoch einen Verdacht: Der 15-Jährige in Leszczydół-Nowiny trug einen Helm mit Kamera. Offenbar wollte er die Tat aufzeichnen. Die Polizei prüft nun, ob eine gefährliche Social-Media-Challenge hinter den Angriffen steckt. Vom Warschauer Polizeipräsidium hieß es: „Online-Bedrohungen sind kein Scherz.“ Und: „Allen Aufrufen zu Straftaten im Internet wird nachgegangen.“ Die Verfasser würden verhaftet. „Auch gegen Personen, deren Verhalten eine unmittelbare Gefahr für die körperliche Unversehrtheit anderer darstellt, wird vorgegangen. Dies gilt insbesondere für junge Menschen, Grund- und Sekundarschüler.“